Dübener Heide
Geschichtlicher Hintergrund


Die Dübener Heide entstand vor 250.000 Jahren in der Saaleeiszeit und wurde erstmals von Hermunduren besiedelt. Sie ist eine abwechslungsreiche, hügelige Heidelandschaft und gleichzeitig traditionelles Ausflugs- und Naherholungsgebiet für Städter aus Leipzig, Halle, Dessau und anderen schnell und direkt erreichbaren Ballungszentren.
Ab dem 7. Jahrhundert ließen sich Slawen in der Region nieder. Im Mittelalter kam die Dübener Heide zu Kursachsen, heute gehören 53 Prozent der Fläche zu Sachsen-Anhalt, 47 Prozent zum Freistaat Sachsen.
Die ursprüngliche Vegetation mit Traubeneichen und Hainbuchen oder Birken und Kiefern wich einem fast reinen Kiefernbestand. In den noch vorhandenen Feuchtgebieten wie der Presseler Heide oder dem Wildenhainer Bruch wachsen Erlen und Eschen.

Die Dübener Heide ist heute eine von 123 Nationalen Naturlandschaften Deutschlands. Unter dieser Dachmarke sind 14 Nationalparke, 14 Biosphärenreservate und 96 Naturparke vereint. Die 75.000 Hektar große Region im Dreieck Leipzig - Halle - Lutherstadt Wittenberg ist seit 1992 Naturpark, gilt als das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Mitteldeutschlands. Träger ist der 400 Mitglieder starke Verein Dübener Heide e.V.
Bundesrepublik überreicht das Patent für einen Erdräucherofen


Die Ausflugsgaststätte "Schöne Aussicht 1910“ im Naturpark Dübener Heide (Sachsen und Sachsen-Anhalt) verfügt über den ersten und einzigen Erdräucherofen Deutschlands und hat jetzt dafür vom Deutschen Patent- und Markenamt in München das Patent beziehungsweise Gebrauchsmuster erhalten.

In dem Tonofen, der 1,50 Meter tief in die Erde geht, räuchert die Wirtsfamilie bei bis zu 400 Grad Celsius ein Schwein über einem Glutbett aus verbranntem Buchenholz, bis es gar ist. Das Schwein befindet sich auf einer Edelstahlwanne. Der Erdofen wird dabei mit einer Edelstahlplatte abgedeckt, die mit Muttererde beziehungsweise Sand oder Kies bedeckt wird. Heraus kommt ein goldbraunes Schwein mit besonderem Geschmack.

Übrigens: Man vermutet, dass schon die Slawen an besonders tiefen Stellen mit Feldsteinen und Lehm Erdöfen bauten und dort ihre Hausschweine räucherten. Vor etwa 100 Jahren soll ein Bauer bei der Begradigung seines Ackers auf einen solchen Ofen gestoßen sein. Seither ist die Funktionsweise überliefert, es gibt aber keine nachweisliche bauliche Maßnahme, die die Anforderungen des unterirdischen Garens bzw. Räucherns gerecht wird. Das Erdschwein der "Schönen Aussicht" ist eine Delikatesse, die es vergleichbar nirgendwo anders gibt.